Zoo und Film

28. September 2011 by admin

In unzähligen Filmen nimmt der Zoo einen besonderen Platz ein. Die ersten Film-Aufnahmen aus Tiergärten stammten aus dem 19.Jahrhundert. Ab 1915 entdeckte der frühe Animationsfilm den Zoo als Handlungsort (etwa: bosko at the zoo) und spätestens mit dem anspruchsvollen Horrorfilm Cat People ist die Relevanz des Ortes Zoo für Spielfilme nicht mehr zu übersehen. Eine – natürlich unvollständige – Liste ambitionierter Filme, die im (oder mit dem Sujet) Tiergarten spielen:
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Zur Frage nach Tier-Rechten

26. September 2011 by admin

In guter reaktionärer Tradition hat Göring den Tierschutz mit dem Rassenhaß verbunden, die lutherisch-deutsche Lust am fröhlichen Morden mit der gentilen Fairness des Herrenjägers.

Max Horkheimer und Theodor W. Adorno: Dialektik der Aufklärung

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Zitation zum Verhältnis Mensch-Tier

26. September 2011 by admin

In den letzten Sommertagen des Jahres 1996 begegnete den Einwohnern der östlichen Vorstädte von Toronto etwas mehr Natur, als ihnen lieb sein konnte. Zwei Angestellte des städtischen Zoos und ein Polizist außer Dienst bestätigten, was Bewohner der Gegend bereits seit über einem Jahr berichtet hatten: Ein 90 Pfund schwerer Puma durchstreifte die Randgebiete von Kanadas größter Stadt. Das Tier – das nicht etwa aus dem nahegelegenen Zoo entlaufen war – befand sich ungefähr 2500 Kilometer von seiner »natürlichen« Heimat, den westlichen Gebirgszügen Nordamerikas, entfernt. Das bemerkenswerte jedoch war nicht die Entfernung des Pumas von seiner gewohnten Umgebung, sondern seine Nähe zu den Vorgärten der vorstädtischen Zivilisation.
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Die Entwicklung der Technik hat…

26. September 2011 by admin

(…)die Exotik abgeschafft. Der auf der Farm gezüchtete Löwe ist so gebändigt wie das längst der Geburtenkontrolle unterworfene Pferd.

(Theodor W. Adorno: Minima Moralia)

Dietmar Dath: Die Abschaffung der Arten

26. September 2011 by admin

Es han­delt sich um eine auf­wen­di­ge und lie­be­vol­le Be­ar­bei­tung von Daths gleich­na­mi­gen Roman, der 2008 er­schie­nen ist. Die Hand­lung spielt in einer zu­künf­ti­gen, post­hu­ma­nen Ge­sell­schaft, in der die Gente (spre­chen­de und in­tel­li­gen­te Tiere) die Bor­niert­heit der mensch­li­chen Zi­vi­li­sa­ti­on über­wun­den haben und nun über die Ge­stal­tung der Ge­sell­schaft, sowie über phi­lo­so­phi­sche und ethi­sche Fra­gen ver­han­deln – was sich kei­nes­wegs als kon­flikt­freie An­ge­le­gen­heit dar­stellt.
Die Pro­duk­ti­on stand unter der Regie von Ul­rich Lam­pen, die Band Mouse on Mars hat Musik und Ge­räu­sche bei­ge­steu­ert
-Bayrischer Rundfunk

Ein Bericht für eine Akademie

26. September 2011 by admin

Der Schimpanse Rotpeter, der Protagonist in Franz Kafkas Erzählung Ein Bericht für eine Akademie, schildert in einer kurzen Szene seines langen Vortrags, was geschah, als der Kontakt zwischen Affe und Mensch die Grenzen zwischen den Arten ins Wanken brachte:

Die Affennatur raste sich überkugelnd, aus mir hinaus und weg, so dass mein erster Lehrer selbst davon fast äffisch wurde, bald den Unterricht aufgeben und in eine Heilanstalt gebracht werden musste.

Bei Kafka konnte der menschliche Lehrer zwar glücklicherweise, wie der Affe meint, das Sanatorium bald wieder verlassen. In der Realität allerdings entdeckte die Wissenschaft den Affen damals als Versuchstier und begann, die Tiere in die Versuchsanstalten zu bringen
- Cord Riechelmann

Bestiarium: Der Zoo als Welt – die Welt als Zoo

25. September 2011 by admin

Cord Riechelmann folgt weniger unserem Blick auf die Tiere als dem Blick der Tiere auf ihre Welt. Das ist nicht nur lehrreich, es kann auch äußerst amüsant sein. Aber wir lachen nicht über die Tiere; es wäre uns lieber, könnten die Tiere mit uns und über unsere Beobachtungen lachen.

Behauptet jedenfalls der Klappentext über Riechelmanns Buch Bestiarium. Radio Corax hat sich jene Tiere  herausgepickt, die auch im Zoo in Halle zu finden sind.

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Zitation – Zur Auseinandersetzung mit dem Zoo

25. September 2011 by admin

Theodor W. Adorno schreibt in der Minima Moralia – bezüglich der modernen Zoos, in denen die Gitter so weit als möglich unsichtbar gemacht würden:

Je reiner Zivilisation die Natur erhält und transplantiert, um so unerbittlicher wird diese beherrscht. Man kann es sich gestatten, immer größere Natureinheiten zu umgreifen und innerhalb solchen Griffs scheinbar intakt zu lassen, während ehedem Auswahl und Bändigung einzelner Stücke noch von der Not zeugten, mit Natur fertig zu werden. Der Tiger, der endlos in seinem Käfig auf und ab schreitet, spiegelt negativ durch sein Irresein etwas von Humanität zurück, nicht aber der hinter dem unüberspringbaren Graben sich tummelnde.

Das Fremde und Ungezähmte in der äußeren Welt wird umso wirkungsvoller gebändigt, je freier seine Umhegung wirkt, weil die Erinnerung an die Unfreiheit verloren zu gehen droht.
Einige weitere Zitate zur Auseinandersetzungen mit dem Zoo im Folgenden

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Art Spiegelmans Comic „MAUS – die Geschichte eines Überlebenden“

25. September 2011 by admin

MAUS folgt in der Zeichnung seiner Figuren oberflächlich dem Genre der Tiercomics, indem es die Juden mit Mausköpfen und die Deutschen mit Katzenköpfen zeichnet. Diese Vereinfachung erweist sich bei genauerem Hinsehen als eine weitreichende Reflexion rassifizierender und nationalisierender Konstituierung von Identität. In der Erzählung – ein Sohn besucht seinen Vater, der die Geschichte seines Überlebens erzählt – setzt Spiegelman das im underground groß gewordene autobiographische Genre in die Spannung zur Erzählung eines anderen.

 Phase 2. Nr. 28/2008

Radio Corax über einen hochambitionierten Comic, für den Spiegelman 1992 mit einem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde.

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Rosa Lu­xem­burg: Der Büf­fel. Aus den Brie­fen aus dem Ge­fäng­nis.

25. September 2011 by admin

Lu­xem­burgs Aus­füh­run­gen über den ge­schun­de­nen Büf­fel ver­deut­li­chen eine Am­bi­va­lenz der Mensch-​Tier-​Gleich­set­zung. Oh, mein armer Büf­fel, mein armer, ge­lieb­ter Bru­der, wir ste­hen hier beide so ohn­mäch­tig und stumpf und sind nur eins in Schmerz, in Ohn­macht, in Sehn­sucht, schreibt sie. Denn nur unter den Ver­hält­nis­sen von Herr­schaft und Aus­beu­tung, die zwi­schen Mensch und Tier kei­nen Un­ter­schied (mehr) ma­chen, ist die­ser jenem gleich – im Lei­den. Zu­gleich wird der Mensch in sei­nem Lei­den dem Elend der Tiere ge­wahr, das für jene eben­so un­er­träg­li­che Rea­li­tät ist wie für ihn. Lu­xem­burgs Be­ob­ach­tung ent­hält dar­über hin­aus einen Hin­weis auf die Ur­sa­chen der Tier­quä­le­rei, die in eben jenen Ver­hält­nis­sen der Herr­schaft ent­springt. Schließ­lich fügen die Sol­da­ten dem Büf­fel das Leid zu, das sie – kei­nes­wegs un­ver­schul­det – selbst er­fah­ren: Mit uns Men­schen hat auch nie­mand Mit­leid.
-Audioarchiv

Rosa_Luxemburg: Bueffel. Gelesen von Elisa Theusner

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