Archiv für September 2011

Kunst für Tiere

Freitag, 30. September 2011

Der Zoologische Garten Halle wird in diesem Jahr 110 Jahre alt und gehört damit zu einer Generation von Tierparks, die Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts in fast allen bürgerlichen Großstädten Deutschlands gegründet wurden. Das Hauptinteresse lag dabei darin, einer breiten Öffentlichkeit die Vielfalt der Schöpfung in einer lebendigen Ausstellung zugänglich zu machen, und damit den exklusiven Charakter der spätmittelalterlichen Menagerien aufzuheben. So auch im halleschen Bergzoo, der durch die Kombination seiner noch aus der Gründungszeit stammenden Tiergehege und modernen, artgerechten Anlagen ein interessantes Zeugnis dieser Zoogeschichte darstellt. (weiterlesen…)

Helge Meyer: Tiere in der Performance-Kunst

Donnerstag, 29. September 2011

Der Autor Helge Meyer ist assoziiertes Mitglied des Performer-Kollektivs Black Market International und führt in seinem Text Ansätze und Überlegungen zusammen, die Tiere in der Performance-Kunst berühren.

 

Text Tiere in der Performancekunst

Zoo und Film

Mittwoch, 28. September 2011

In unzähligen Filmen nimmt der Zoo einen besonderen Platz ein. Die ersten Film-Aufnahmen aus Tiergärten stammten aus dem 19.Jahrhundert. Ab 1915 entdeckte der frühe Animationsfilm den Zoo als Handlungsort (etwa: bosko at the zoo) und spätestens mit dem anspruchsvollen Horrorfilm Cat People ist die Relevanz des Ortes Zoo für Spielfilme nicht mehr zu übersehen. Eine – natürlich unvollständige – Liste ambitionierter Filme, die im (oder mit dem Sujet) Tiergarten spielen:
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Zur Frage nach Tier-Rechten

Montag, 26. September 2011

In guter reaktionärer Tradition hat Göring den Tierschutz mit dem Rassenhaß verbunden, die lutherisch-deutsche Lust am fröhlichen Morden mit der gentilen Fairness des Herrenjägers.

Max Horkheimer und Theodor W. Adorno: Dialektik der Aufklärung

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Zitation zum Verhältnis Mensch-Tier

Montag, 26. September 2011

In den letzten Sommertagen des Jahres 1996 begegnete den Einwohnern der östlichen Vorstädte von Toronto etwas mehr Natur, als ihnen lieb sein konnte. Zwei Angestellte des städtischen Zoos und ein Polizist außer Dienst bestätigten, was Bewohner der Gegend bereits seit über einem Jahr berichtet hatten: Ein 90 Pfund schwerer Puma durchstreifte die Randgebiete von Kanadas größter Stadt. Das Tier – das nicht etwa aus dem nahegelegenen Zoo entlaufen war – befand sich ungefähr 2500 Kilometer von seiner »natürlichen« Heimat, den westlichen Gebirgszügen Nordamerikas, entfernt. Das bemerkenswerte jedoch war nicht die Entfernung des Pumas von seiner gewohnten Umgebung, sondern seine Nähe zu den Vorgärten der vorstädtischen Zivilisation.
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Die Entwicklung der Technik hat…

Montag, 26. September 2011

(…)die Exotik abgeschafft. Der auf der Farm gezüchtete Löwe ist so gebändigt wie das längst der Geburtenkontrolle unterworfene Pferd.

(Theodor W. Adorno: Minima Moralia)

Dietmar Dath: Die Abschaffung der Arten

Montag, 26. September 2011

Es han­delt sich um eine auf­wen­di­ge und lie­be­vol­le Be­ar­bei­tung von Daths gleich­na­mi­gen Roman, der 2008 er­schie­nen ist. Die Hand­lung spielt in einer zu­künf­ti­gen, post­hu­ma­nen Ge­sell­schaft, in der die Gente (spre­chen­de und in­tel­li­gen­te Tiere) die Bor­niert­heit der mensch­li­chen Zi­vi­li­sa­ti­on über­wun­den haben und nun über die Ge­stal­tung der Ge­sell­schaft, sowie über phi­lo­so­phi­sche und ethi­sche Fra­gen ver­han­deln – was sich kei­nes­wegs als kon­flikt­freie An­ge­le­gen­heit dar­stellt.
Die Pro­duk­ti­on stand unter der Regie von Ul­rich Lam­pen, die Band Mouse on Mars hat Musik und Ge­räu­sche bei­ge­steu­ert
-Bayrischer Rundfunk

Ein Bericht für eine Akademie

Montag, 26. September 2011

Der Schimpanse Rotpeter, der Protagonist in Franz Kafkas Erzählung Ein Bericht für eine Akademie, schildert in einer kurzen Szene seines langen Vortrags, was geschah, als der Kontakt zwischen Affe und Mensch die Grenzen zwischen den Arten ins Wanken brachte:

Die Affennatur raste sich überkugelnd, aus mir hinaus und weg, so dass mein erster Lehrer selbst davon fast äffisch wurde, bald den Unterricht aufgeben und in eine Heilanstalt gebracht werden musste.

Bei Kafka konnte der menschliche Lehrer zwar glücklicherweise, wie der Affe meint, das Sanatorium bald wieder verlassen. In der Realität allerdings entdeckte die Wissenschaft den Affen damals als Versuchstier und begann, die Tiere in die Versuchsanstalten zu bringen
- Cord Riechelmann

Bestiarium: Der Zoo als Welt – die Welt als Zoo

Sonntag, 25. September 2011

Cord Riechelmann folgt weniger unserem Blick auf die Tiere als dem Blick der Tiere auf ihre Welt. Das ist nicht nur lehrreich, es kann auch äußerst amüsant sein. Aber wir lachen nicht über die Tiere; es wäre uns lieber, könnten die Tiere mit uns und über unsere Beobachtungen lachen.

Behauptet jedenfalls der Klappentext über Riechelmanns Buch Bestiarium. Radio Corax hat sich jene Tiere  herausgepickt, die auch im Zoo in Halle zu finden sind.

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Zitation – Zur Auseinandersetzung mit dem Zoo

Sonntag, 25. September 2011

Theodor W. Adorno schreibt in der Minima Moralia – bezüglich der modernen Zoos, in denen die Gitter so weit als möglich unsichtbar gemacht würden:

Je reiner Zivilisation die Natur erhält und transplantiert, um so unerbittlicher wird diese beherrscht. Man kann es sich gestatten, immer größere Natureinheiten zu umgreifen und innerhalb solchen Griffs scheinbar intakt zu lassen, während ehedem Auswahl und Bändigung einzelner Stücke noch von der Not zeugten, mit Natur fertig zu werden. Der Tiger, der endlos in seinem Käfig auf und ab schreitet, spiegelt negativ durch sein Irresein etwas von Humanität zurück, nicht aber der hinter dem unüberspringbaren Graben sich tummelnde.

Das Fremde und Ungezähmte in der äußeren Welt wird umso wirkungsvoller gebändigt, je freier seine Umhegung wirkt, weil die Erinnerung an die Unfreiheit verloren zu gehen droht.
Einige weitere Zitate zur Auseinandersetzungen mit dem Zoo im Folgenden

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