Archiv für die Kategorie „Literatur“

Jaguar Zebra Nerz …

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Die Lesung Jaguar, Zebra, Nerz,… Locktauber mit Judith Albrecht, Almuth Hattwich, Ulrike Kerrmann, Ruth Petri und Ralf Wendt in der Galerie dieschönestadt stellte ikonographische Tiere, Literatur-Tiere und imaginäre Wesen vor.

Aufnahme vom 12.10.2011

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Dietmar Dath: Die Abschaffung der Arten

Montag, 26. September 2011

Es han­delt sich um eine auf­wen­di­ge und lie­be­vol­le Be­ar­bei­tung von Daths gleich­na­mi­gen Roman, der 2008 er­schie­nen ist. Die Hand­lung spielt in einer zu­künf­ti­gen, post­hu­ma­nen Ge­sell­schaft, in der die Gente (spre­chen­de und in­tel­li­gen­te Tiere) die Bor­niert­heit der mensch­li­chen Zi­vi­li­sa­ti­on über­wun­den haben und nun über die Ge­stal­tung der Ge­sell­schaft, sowie über phi­lo­so­phi­sche und ethi­sche Fra­gen ver­han­deln – was sich kei­nes­wegs als kon­flikt­freie An­ge­le­gen­heit dar­stellt.
Die Pro­duk­ti­on stand unter der Regie von Ul­rich Lam­pen, die Band Mouse on Mars hat Musik und Ge­räu­sche bei­ge­steu­ert
-Bayrischer Rundfunk

Ein Bericht für eine Akademie

Montag, 26. September 2011

Der Schimpanse Rotpeter, der Protagonist in Franz Kafkas Erzählung Ein Bericht für eine Akademie, schildert in einer kurzen Szene seines langen Vortrags, was geschah, als der Kontakt zwischen Affe und Mensch die Grenzen zwischen den Arten ins Wanken brachte:

Die Affennatur raste sich überkugelnd, aus mir hinaus und weg, so dass mein erster Lehrer selbst davon fast äffisch wurde, bald den Unterricht aufgeben und in eine Heilanstalt gebracht werden musste.

Bei Kafka konnte der menschliche Lehrer zwar glücklicherweise, wie der Affe meint, das Sanatorium bald wieder verlassen. In der Realität allerdings entdeckte die Wissenschaft den Affen damals als Versuchstier und begann, die Tiere in die Versuchsanstalten zu bringen
- Cord Riechelmann

Bestiarium: Der Zoo als Welt – die Welt als Zoo

Sonntag, 25. September 2011

Cord Riechelmann folgt weniger unserem Blick auf die Tiere als dem Blick der Tiere auf ihre Welt. Das ist nicht nur lehrreich, es kann auch äußerst amüsant sein. Aber wir lachen nicht über die Tiere; es wäre uns lieber, könnten die Tiere mit uns und über unsere Beobachtungen lachen.

Behauptet jedenfalls der Klappentext über Riechelmanns Buch Bestiarium. Radio Corax hat sich jene Tiere  herausgepickt, die auch im Zoo in Halle zu finden sind.

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Art Spiegelmans Comic „MAUS – die Geschichte eines Überlebenden“

Sonntag, 25. September 2011

MAUS folgt in der Zeichnung seiner Figuren oberflächlich dem Genre der Tiercomics, indem es die Juden mit Mausköpfen und die Deutschen mit Katzenköpfen zeichnet. Diese Vereinfachung erweist sich bei genauerem Hinsehen als eine weitreichende Reflexion rassifizierender und nationalisierender Konstituierung von Identität. In der Erzählung – ein Sohn besucht seinen Vater, der die Geschichte seines Überlebens erzählt – setzt Spiegelman das im underground groß gewordene autobiographische Genre in die Spannung zur Erzählung eines anderen.

 Phase 2. Nr. 28/2008

Radio Corax über einen hochambitionierten Comic, für den Spiegelman 1992 mit einem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde.

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Rosa Lu­xem­burg: Der Büf­fel. Aus den Brie­fen aus dem Ge­fäng­nis.

Sonntag, 25. September 2011

Lu­xem­burgs Aus­füh­run­gen über den ge­schun­de­nen Büf­fel ver­deut­li­chen eine Am­bi­va­lenz der Mensch-​Tier-​Gleich­set­zung. Oh, mein armer Büf­fel, mein armer, ge­lieb­ter Bru­der, wir ste­hen hier beide so ohn­mäch­tig und stumpf und sind nur eins in Schmerz, in Ohn­macht, in Sehn­sucht, schreibt sie. Denn nur unter den Ver­hält­nis­sen von Herr­schaft und Aus­beu­tung, die zwi­schen Mensch und Tier kei­nen Un­ter­schied (mehr) ma­chen, ist die­ser jenem gleich – im Lei­den. Zu­gleich wird der Mensch in sei­nem Lei­den dem Elend der Tiere ge­wahr, das für jene eben­so un­er­träg­li­che Rea­li­tät ist wie für ihn. Lu­xem­burgs Be­ob­ach­tung ent­hält dar­über hin­aus einen Hin­weis auf die Ur­sa­chen der Tier­quä­le­rei, die in eben jenen Ver­hält­nis­sen der Herr­schaft ent­springt. Schließ­lich fügen die Sol­da­ten dem Büf­fel das Leid zu, das sie – kei­nes­wegs un­ver­schul­det – selbst er­fah­ren: Mit uns Men­schen hat auch nie­mand Mit­leid.
-Audioarchiv

Rosa_Luxemburg: Bueffel. Gelesen von Elisa Theusner

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